Gemeinsam mit meinem Vierbeiner

Therapiehund

Tiergestützte Intervention

Aufgewachsen bin ich mit zwei Tiroler Gebirgsschweißbrackenmischlingen und war daher schon immer davon überzeugt, dass Hunde und Menschen sehr gut zusammen passen. Danach zogen in unsere Familie Entlebucher Sennenhunde ein, eine Rasse, die ich bis heute schätze. Bei unseren Hunden dieser Rasse hatte ich den Eindruck, dass diese unbekannten Menschen gegenüber nicht grundsätzlich aufgeschlossen sind und so kam ich auf  den Collie. Zuerst hatte ich einen  Rüden aus dem Tierschutz (eventuell ein Collie-Mix), mit dem ich begann tiergestützt zu arbeiten und seit 2021  lebt mit mir eine Kurzhaarcolliehündin, die sich gerade in der Grundausbildung befindet und im Anschluss in die Ausbildung zum Therapiebegleithund geht. Wichtig ist mit vorab abzuklären, ob Allergien. Ängste oder Bedenken gegenüber Hunden bestehen. Darauf nehme ich selbstverständlich Rücksicht. 

„Eine tiergestützte Intervention ist eine zielgerichtete und strukturierte Intervention, die bewusst Tiere in Gesundheitsfürsorge, Pädagogik und Soziale Arbeit einbezieht und integriert, um therapeutische Verbesserungen bei Menschen zu erreichen.“ (Definition nach IAHAIO, 2014)

Unterschieden werden bei den tiergestützten Interventionen die Tiergestützte Therapie, die Tiergestützte Pädagogik und die Tiergestützte Aktivität. in allen drei Bereichen ist das Tier der Co-Therapeut und ist keine eigenständige Methode.

 

Zugrundeliegende Theorien und Thesen:

  • Biophelie: die bedeutet ein angeborenes Interesse an Lebendigem
  • Du-Evidenz: dieser Begriff meint, dass wir als Menschen in der Lage sind, in einem anderen Lebewesen / Individuum ein „Du“ zu erkennen.
  • Spiegelneuronen schaffen bei Hunden und Menschen und Hunde einen gemeinsamen Resonanzraum, in dem Menschen Nähe und Verbundenheit erfahren könne, die nicht bedrohlich sind.
  • Oxytocin: Das Oxytocin wird auch als „calm und connetcing system“ (Beruhigungs- und Bindungssystem) bezeichnet. Das Streicheln von Tieren erhöht die Oxytocin-Ausschüttung, Das Streicheln von Hunden erhöht die Oxytocinausschüttung von Hund und Mensch.

Warum ein Hund?

Der Hund ist einer unserer längster Begleiter, ohne den die Menschheitsgeschichte sicherlich anders ausgesehen hätte. Menschen und Hunde haben Gemeinsamkeiten, die Kurt Kotrschal seit langem erforscht. Nach seinen Erkenntnissen (2009) haben Menschen und Hund die gleichen hormonellen und neurologischen Voraussetzungen für soziales Verhalten. Zudem sind unsere Gehirne ähnlich aufgebaut, es gibt vergleichbare Temperamente, Persönlichkeiten (auch bei Hunden gibt es die Big Five der Persönlichkeit) und die Mechanismen der Stressbewältigung sind ähnlich.

Positive Effekte tiergestützter Arbeit auf den Menschen

  • Anwesenheit von Hunden reduziert Angst und Stress (Hoffmann et al., 2009)
  • Anwesenheit von Hunden senkt den Blutdruck (Vormbrock und Grossberg, 1988)
  • Anwesenheit von Hunden verbessert die Stimmung (Virues-Ortega et al., 2011)
  • Hunde als Förderer der Selbstwirksamkeit

 

 

 

Literatur auszugsweise:

  • Dr. Rainer Wohlfahrt / Bettina Mutschler: Die Heilkraft der Tiere
  • Kurt Kotrschal: Mensch, woher wir kommen, wer wir sind, wohin wir gehen
  • Kurt Kotrschal: Hund & Mensch
  • Monika A. Vernooij/ Sioke Schneider: Handbuch der Tiergestützten Intervention
  • Wohlfahrt/Mutschler: Praxis der hundegestützten Therapie
  • Katja Krauß/Gabi Maue: Emotionen beim Hund sehen lernen

 

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