Ein schmerzliches Erlebnis –
Ein Problem
Was ist ein seelisches Trauma?
Ein seelisches Trauma entsteht, wenn wir eine Situation erleben, die so überwältigend ist, dass unsere natürlichen Bewältigungsmechanismen überfordert werden. Es ist wichtig zu verstehen: Nicht das Ereignis selbst bestimmt, ob ein Trauma entsteht, sondern wie wir es erleben und verarbeiten können.
Wie entstehen Traumata?
Traumatische Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein. Manchmal sind es einzelne, schwerwiegende Ereignisse wie Unfälle, Verluste oder Gewalterfahrungen. Häufig entstehen Traumata aber auch durch wiederkehrende belastende Erfahrungen, besonders in der Kindheit – etwa durch emotionale Vernachlässigung, Überforderung oder das Gefühl, nicht gesehen oder verstanden zu werden.
Unser Nervensystem ist darauf programmiert, uns in bedrohlichen Situationen zu schützen. Wenn diese Schutzreaktionen jedoch dauerhaft aktiviert bleiben, können sie unser tägliches Leben beeinträchtigen.
Mögliche Traumafolgestörungen
Die Auswirkungen von Traumata zeigen sich bei jedem Menschen anders. Einige häufige Reaktionen sind:
Körperliche Symptome: Chronische Verspannungen, Schlafstörungen, Erschöpfung, Kopfschmerzen oder ein überaktives Nervensystem, das ständig in Alarmbereitschaft ist.
Emotionale Herausforderungen: Intensive Gefühle wie Angst, Wut oder Trauer, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen. Manchmal ist es auch das Gegenteil – eine emotionale Taubheit oder das Gefühl, von sich selbst abgeschnitten zu sein.
Gedankliche Belastungen: Sich wiederholende, belastende Gedanken, Konzentrationsschwierigkeiten oder das Gefühl, dass die Vergangenheit immer wieder in die Gegenwart einbricht.
Beziehungsschwierigkeiten: Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen, sich abzugrenzen oder emotionale Nähe zuzulassen. Manchmal entstehen auch Muster, in denen wir uns selbst vernachlässigen oder in ungesunden Beziehungen wiederfinden.
Verändertes Selbstbild: Negative Überzeugungen über sich selbst wie „Ich bin nicht wertvoll“, „Ich bin schuld“ oder „Ich bin nicht sicher in dieser Welt“.
Ein Weg der Heilung ist möglich
Falls Sie sich in diesen Beschreibungen wiedererkennen, möchte ich Ihnen sagen: Sie sind nicht allein, und es gibt Wege der Heilung und der Besserung. Traumatische Erfahrungen können tiefe Spuren hinterlassen, aber unser Gehirn und unser Nervensystem besitzen eine erstaunliche Fähigkeit zur Heilung und Regeneration.
In der Traumatherapie arbeiten wir behutsam daran, dass Sie sich wieder sicher und verbunden mit sich selbst fühlen. Es geht nicht darum, das Erlebte zu vergessen, sondern darum, eine neue Beziehung zu Ihren Erfahrungen zu entwickeln – eine, die Ihnen Kraft gibt statt Sie zu schwächen.
Jeder Mensch verdient es, sich in seinem eigenen Leben zu Hause zu fühlen. Wenn Sie bereit sind, diesen Weg zu gehen, begleite ich Sie gerne dabei.
Fischer und Riedesser (2009, S.94) beschreiben ein Trauma als ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, dass mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt. Im ICD-10 wird ein Trauma als kurz- oder langanhaltendes Ereignis oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung oder mit katastrophalem Ausmaß beschrieben, das bei nahezu jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde (WHO, 2015). Im DSM-5 ist dies konkretisiert als die Konfrontation mit tatsächlichem oder drohendem Tod, ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt (APA, 2015.)
Durch ein Trauma können sogenannte Traumafolgestörungen oder Begleiterkrankungen entstehen. Diese können sein:
- depressive Symptome
- Störung der Emotionsregulation
- Selbstverletzende und andere autodestruktive Verhaltensweisen
- dissoziative Phänomene
- Angst- und Panikstörungen
- Somatisierungsstörungen
- körperliche Erkrankungen
- Essstörungen
- Sucht